VMG = Velocity Made Good

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VMG, die Zaubervokabel im Regattazirkus

Ich habe einem Novizen (Klaus A. M.) in der elektronischen Navigation versprochen, mich einmal um das Thema VMG = Velocity Made Good zu kümmern, ob es das auch schon als Feature bei den Navigations APPs gibt. Bei windowsbasierter Navigationssoftware, z.B. Chart Navigator Standard, ist dieses Feature standardmäßig enthalten, das besonders Langstreckenregattasegler interessiert oder auch die Helden vom America’s Cup. Nicht zu vergessen, die Enthusiasten der Clubregatten.

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….. mein Chart Navigator Standard verfügt über dieses Feature, sogar in der Simulation

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….. auch die kostenlose SW OpenCPN kann VMG anzeigen

Bei einigen APPs (Apple iOS oder Android) fehlt dieses Feature noch. Ich kenne folgende APPs, die VMG schon beinhalten, z.B. Memnory-Map, OziExplorer for Android, iNavX für Apple, Plan2Nav (C-Map) für Apple, Navionics Boating für Apple. Die einfachen Module von Navionics im Rahmen von Navionics Marine beinhalten keine VMG Funktion, da dass mitgelieferte Navigationprogramm nur einfachste Funktionen ausführen kann, zumindest in der Android Version.

Aber hier soll ja auch ergründet werden, wie Velocity Made Good (VMG) definiert und in der seglerischen Praxis angewendet wird.

WikipediA: Velocity Made Good, or “VMG,” is a term in sailing, and specifically yacht racing, that refers to the component of a sailboat’s velocity that is in the direction of the true wind. The concept is useful because a sailboat often cannot, or should not, sail directly to a mark to reach it as quickly as possible. Sailboats cannot sail directly upwind; it is usually less than optimal, and can be dangerous to sail directly downwind. Instead of sailing toward the mark, the helmsman chooses a point of sail that optimizes velocity made good.

Besser könnte ich es auch nicht erklären.

Ich mache mir in Gedanken immer sinngemäß eine Zeichnung (s.u.), die mit der Magentalinie.

Auf Deutsch:..VMG = Abkürzung für Velocity Made Good; die beim Kreuzen erreichte Geschwindigkeit nach Luv. VMG ist die gedachte Geschwindigkeit, mit der ein kreuzendes Boot Luvraum gewinnt (sich gegen den Wind bewegt). Beim Kreuzen kann ein Boot sehr hoch auf Amwindkurs segeln; dann läuft es langsamer und muss aber eine kürzere Wegstrecke zurücklegen. Das Boot kann aber auch weniger hoch auf Amwindkurs segeln; dann läuft es schneller, muss aber eine längere Wegstrecke zurücklegen. An der VMG ist erkennbar, wann der optimale Kurs gefunden ist.

Bei der nachfolgenden rechten Situation macht man besser eine Wende und erzielt dadurch eine bessere VMG hoch am Wind. Einen Wendewinkel von 90° am wahren Wind schafft heute jede Regattayacht:

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– im Beispiel kommt der Wind aus NE  / die Karte ist eingenordet –

Die VMG beantwortet die alles entscheidende Frage während einer Regatta: Auf welchem Schenkel zum Ziel (z.B. Regattatonne / Waypoint) erreiche ich dieses schneller? In dieser Situation natürlich auf der Magentalinie (Streckbug).
Wer zu lange auf dem grünen Schenkel (Holebug) verbleibt, der darf sich bei der Siegerehrung ganz hinten einreihen.

Velocity Made Good bezieht sich immer nur auf den aktuell anzusteuernden Wegepunkt. Ich habe das manchmal auf der Ostsee benutzt, wenn ich wissen wollte, mit welchem Amwindkurs, auf der Kreuz oder auch bei achterlichem Wind (kreuzen vor dem Wind), ich am schnellsten zum nächsten Wegepunkt finde, um möglichst schnell im nächsten Hafen anzukommen, falls das wichtig war – meistens nicht. Was ist schon eine Stunde auf See?!

Noch Fragen?

Die APP “iRegatta” hat meine volle Aufmerksamkeit gefunden.

Eine perfekte APP für Regattasegler und Datenfreaks:

https://play.google.com/store/apps/details?id=dk.letscreate.aRegatta

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Klaus A. M. müssten jetzt die Ohren klingeln.

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