SKIFFLE (Jug & Cajun Music)

Was sagt Wikipedia zu SKIFFLE:

Skiffle basiert sowohl auf der anglo- als auch afro-amerikanischen Folk-, Country-, Blues- und Jazzmusik. Der Begriff tauchte zum ersten Mal 1925 auf Schallplatten von Jimmy O’Bryant and His Chicago Skifflers auf. 1934 spielten Dan Burley and His Skiffle Boys unter der Leitung des Barrelhouse-Pianisten und Journalisten Dan Burley, der Bassist Pops Foster und die Brüder Sticks und Brownie McGhee an der Gitarre den Dan Burley Hometown Skiffle.

Ab 1953 wurde Skiffle von britischen Traditional-Jazz-Musikern, wie Ken Colyer und Chris Barber, aber auch von Alexis Korner und Lonnie Donegan in Großbritannien bekannt gemacht. Die ersten Mitschnitte entstanden wohl 1953 während einer Paris-Tour von Ken Colyer’s Jazzmen, als sie im französischen Rundfunk Midnight Special und John Henry in der Besetzung Ken Colyer (Gitarre und Gesang), Lonnie Donegan (Gitarre und Gesang), Chris Barber (Kontrabass) und Bill Colyer (Waschbrett) präsentierten.

Lonnie Donegan spielte in der Folgezeit oft mit Colyer oder Barber zusammen, so auch bei einer Aufnahmesession am 13. Juli 1954. Insgesamt wurden in London für die Chris-Barber-LP New Orleans Joys acht Songs eingespielt, wovon zwei als Lonnie Donegan Skiffle Group tituliert wurden, nämlich Rock Island Line und John Henry. Diese beiden Titel wurden im November 1955 als Single ausgekoppelt. Als die A-Seite Rock Island Line im Januar 1956 über das BBC Light Programme ausgestrahlt wurde, löste sie unter den britischen Teenagern die Skiffle-Welle aus. Im selben Monat kam der Song in die dortigen Charts, wo er bis auf Rang acht gelangte. Dieselbe Platzierung erreichte der Titel im März 1956 auch in der US-Pop-Hitparade und verhalf als Millionenseller der Skifflemusik zum endgültigen Durchbruch. Um den Erfolg zu zementieren, trennte sich Donegan von Barber und tourte nunmehr mit eigener Band.

Obwohl Donegans Band ab 1956 mit der gleichen Standardinstrumentierung wie die Rockbands auftrat (Gesang, Leadgitarre, Rhythmusgitarre, Kontrabass und Schlagzeug), begannen viele Teenager nach dem Beispiel der amerikanischen Jugbandmusik der 1920er Jahre neben dem Waschbrett auch weitere improvisierte Instrumente wie Jug, Teekistenbass, Kazoo usw. einzusetzen. Andere professionelle Skiffle-Bands der Jahre 1956 bis 1958 verzichteten auf unkonventionelle Instrumente, wie die Vipers Skiffle Group, Chas McDevitt Skiffle Group oder Dickie Bishop & His Sidekicks, eine der ersten Gruppen, die mit elektrischer Bassgitarre anstelle eines Kontrabasses auftraten.

Teekistenbass

Ab 1959 verschwand Skiffle weitgehend aus der Popmusik, nur Lonnie Donegan hielt sich noch einige Jahre erfolgreich an der Spitze und landete einige Hits wie My Old Man’s a Dustman und Does Your Chewing Gum … Ab 1962 dominierte die Beatmusik die Hitparaden und verdrängte damit endgültig die Skifflemusik.

Skiffle war die Britische Antwort auf die ‘Hausmusik’ der Amerikanischen Südstaaten, u.a. Jug- und Cajun-Music. Die Skifflemania sprang dann schell auf den Kontinent über, wie die Briten schon immer den Rest von Europa betiteln.

Als Teenager gehörte ich in Berlin einer Skiffle Group an, den Skiffle Devils und sang lauthals Traditionals, Folk, Jazz & Blues zu  Banjo & Gitarre.

….. und das ist eine Karikatur von mir, aus dem Jahr 1958. Klaus Peter, der Zeichner, war ein Schulkamerad, der begnadet Tenorbanjo & Gitarre spielen konnte, sogar in Bottlenecktechnik (Slide Guitar & Banjo).

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Klaus hatte sich nur kurz mit Skiffle Musik abgegeben. Schnell ist eine Dixieland Band auf ihn aufmerksam geworden und hat ihn engagiert.

Mein Banjo hatte ich geliebt.

Ich stimmte es D,G,H,E, wie die oberen 4 Saiten einer Gitarre:

Gitarrensaiten
So konnte ich klanglich easy zwischen Banjo und Gitarre wechseln, da ich keine neuen Griffbilder erlernen mußte. Treu nach meinem Lebensmotto: Ein bestimmtes Ziel, mit dem geringsten Aufwand zu erreichen.

1961 wurde ich zum Mitglied Nr. 490
des Hastings Traditional Jazz Club:

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SkiffleDevils

Caverns at Hastings

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rd. 200 Harmoniesätze habe ich mir bei Berliner Jazzbands abgekupfert. Bei uns Skifflern waren die Jazz-Harmonien heiß begehrt, weil sie uns die Grenzen der Folklore überwinden ließen.

….. und auch Atze, der heute noch Keyboards spielt, war ein Skiffler:


….. Atze am Banjo bei der Gooseberry Skiffle Group

In seiner Skiffle Group hatte kurzzeitig auch Drafi Deutscher mitgesungen, bevor der Marmor, Stein und Eisen brach.

….. und im reiferen Alter an den Tasten:

Mein absoloter Favorit in Sachen Skiffle war nicht etwa Lonnie Donegan, der als King of Skiffle galt (https://www.youtube.com/watch?v=62unij6YXyY&list=RD62unij6YXyY#t=1), sondern Ken Colyer, der mit einem Teil seiner Jazzmen auch immer als Skiffle Group auf der Bühne stand.

Wikipedia: Ken Colyer (* 18. April 1928 in Great Yarmouth, Norfolk; † 8. März 1988 in Les Issambres in Südfrankreich) war ein britischer Jazz- und Skifflemusiker. Colyer brachte sich selbst bei, Gitarre und Trompete zu spielen. 1949 war er zusammen mit seinem Bruder Bill Colyer, eines der Gründungsmitglieder der Crane River Jazz Band, die er 1951 wieder verließ, auf Grund eines Befehls, sich der Handelsmarine anzuschließen. So kam er auch nach New Orleans, wo er mit verschiedenen bekannten Musikern der Umgebung auftrat. 1953 kehrte er nach Britannien zurück und schloss sich einer Band von Monty Sunshine, Chris Barber, Lonnie Donegan usw. an, die sich Ken Colyer’s Jazzmen & Skiffle Group  nannte.

Schon im nächsten Jahr trat er aus der Band aus, die sich dann in Chris Barber’s Jazzband umbenannte. Ken Colyer hatte andere musikalische Vorstellungen und führte unter dem Namen Ken Colyer’s Jazzmen seine Band mit anderen Musikern weiter.

1954 war er Mitglied verschiedener Jazz- und Skifflebands und machte kurzzeitig Aufnahmen für Decca Records. In seiner bekanntesten Jazzband, die er Mitte der 1950er Jahre leitete, spielten u. a. auch Acker Bilk, Mac Duncan, Ian Wheeler, Ray Foxley, Sammy Rimington, Cyril Davis, Alexis Korner, Geoff Cole, Graham Stewart, John Bastable, Ron Ward und Colin Bowden mit. In den späten 1950er Jahren brachte er George Lewis als Gastsolisten nach Europa.

Auch in den 1960ern und 1970ern war Colyer weiterhin mit eigenen Bands aktiv und gründete auch sein eigenes Plattenlabel KC Records. Anfang der 1980er Jahre wurde er dann Leader der All-Star Jazzmen.

Mir gefiel  der urige Trad. Jazzstil von Ken Colyer, im Geist von New Orleans, immer besser, als der hochglanzpolierte und durcharangierte Stil der Chris Barber Band. Chris Barber gefiel mir erst im Fortgang seiner Karriere, als er mit seinen Musikern alterte und die Band eine bewundernswerte Reife erlangte. Dann schwärmte ich etwas später auch noch für Mr. Acker Bilk (* 28. Januar 1929 in Pensford, Somerset; † 2. November 2014 in Bath, Somerset) & his Paramount Jazzband. Besonders die Gesangsstücke mit seiner Band habe ich gerne gecovert (https://www.youtube.com/watch?v=_cEr4CCtllA&list=RD_cEr4CCtllA&index=1).

Ella Speed und Sporting Life waren zwei meiner Skiffle Lieblingslieder.

….. und Midnight Special war ein MUSS für jede Skiffle Group:

Wer mehr möchte, der folge einfach den nachstehenden Links:

https://www.youtube.com/watch?v=5RrOizqRFrI&list=PLroLSQaBzk95la6WyjKBZ6ig5bo-NfX4M&index=1

http://www.bing.com/videos/search?q=Skiffle+ken+colyer&go=Suche&qs=bs&form=QBVDMH

….. und hier meine Reminiszenz an Chris Barber (* 17. April 1930 England) & Lonnie Donnegan (* 29. April 1931; 3. November 2002 England):


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….. ohne diese Zugabe kommt Chris Barber selten von der Bühne:

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Die German Jazz Trophy 2014 ging an den Posaunisten Chris Barber:


Das ganze Jahr 2017 tourt Chris Barber, zu seinem 65. Bühnenjubiläum, durch Deutschland (derzeit 7 Termine).


Cajun Music:


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Jug Music:


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Ein moderner Vertreter von Jug Music in der Pop Musik ist Mungo Jerry mit dem Titel ‘In The Summertime’:


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