Celestial/Astro-Navigation (Exercise)

tampen
Dieser Lehrgang erfordert stures ‘büffeln’,

Regeln auswendig lernen und konsequent anwenden,

sowie anfänglich sehr hohe Konzentrationsfähigkeit.

Das darf ich doch von meinen Teilnehmern voraussetzen.

Wer das Lehrgangsziel erreicht,

darf ruhig ein wenig stolz auf sich sein.


Wenn man anderen Menschen etwas beibringen möchte, dann muss man die Lerninhalte u. -ziele selber gut verstehen und vollständig beherrschen!

Für die Vorbereitung dieses Lehrganges habe ich dann – nach 20 Jahren Pause – 4 Wochen gebraucht, bis ich – selbst nachts um 2 Uhr – wieder fit war und ein erwachsenengerechten Kurs entwickelt hatte.

Alle Teilnehmer (absolute Astro Greenhorns) haben die Übungsaufgabe selbständig lösen können. Das war für mich der Lohn meiner Mühe. Damit war auch der Beweis erbracht, das man sich die Materie im Selbststudium erarbeiten kann. Man beachte, das wir das in 2 x 4 Stunden geschafft haben (4h ‘pauken’, 1 Woche Pause, dann 2h repetieren und anschließend, nach einer kleinen Kaffeepause, gleich 2h Klausur). Die Wochenpause haben alle Teilnehmer sinnvoll genutzt. Das war klug von ihnen und alle haben das Lernziel (unsere wahre Schiffsposition zu ermitteln) erreicht.

Ich hatte die Teilnehmer während des Unterrichts gebeten, nicht dauernd zu fragen, warum alles so ist, sondern sich stur den Lernstoff, in der erforderlichen Reihenfolge, von mir einzutrichtern zu lassen.  Einfach die Schritte zur jeweiligen Lösung, im übertragenen Sinne, wie die Spielregeln beim Skat anzuwenden. Die Teilnehmer folgten meiner Empfehlung und kamen zwangsläufig zum Erfolg. Die Köpfe rauchten vor Konzentration.

Natürlich hatte sich jeder Bobby Schenks Buch gekauft, und ich bin mir sicher, dass es zu den Top Ten in jedem Bücherschrank gehört, bzw. einen vorrangigen Platz in der Naviecke hat.

Der spätere Umgang mit der Astronavigation führt dann unweigerlich auch zu mehr Erkenntniszuwachs, auch ohne das Wissen um  trigonometrische Formeln.

Bobby Schenk sei Dank, dass er den Lernstoff für die Astronavigation ‘entmystifiziert’ hat und uns ein praktisches Lehr- und Übungsbuch an die Hand gegeben hat.

Ich habe mir die Materie 1988, durch sein Buch von 1977, völlig allein – bei einem Badeurlaub auf Malta – angeeignet und habe es nie wieder ganz verlernt. Es ist fast wie Schwimmen oder Radfahren.


1. Auflage 1977                                              13. Auflage 2008

Zum Jahreswechsel 1990/91 gab es dann auch die Astronavigation in der Yacht & segeln:

Sollte ich alles persönlich wieder einmal anwenden wollen oder müssen, dann stecke ich meine Nase für 2-3 Stunden in meine Unterlagen, und schon klappt es wieder – FOOLPROOF. Überwiegend reicht es mir, zu wissen, dass etwas funktioniert – ich muss nicht immer wissen, warum etwas funktioniert.

Geübt wird natürlich immer erst an Land. Dazu benutze ich einen künstlichen Horizont, den man sich selber herstellen kann oder man nimmt den Davis ‘Artificial Horizon’ für wenig Geld, das ist die saubere Methode:

1 Grad = 60 Bogenminuten

Ich benutze heute den Davis Artificial Horizon. Einfach zusammenstecken und die untere Schale mit Wasser füllen (ich nehme Coca Cola, weil schwarz), Schattengläser auflegen und los geht’s.

Keine Ahnung, warum viele Freizeitkapitäne ‘Angst’ vor der Astro-Navigation haben. Grundschulkenntnisse reichen doch völlig aus, um zum Erfolg zu kommen, allerdings auch ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit. Das kann man sogar im Selbststudium erlernen. Natürlich ist es leichter, wenn man einmal von einem Coach durch die Materie geführt wurde. Deswegen hatte ich diesen Lehrgang in meinem Segelclub angeboten.

Die einzige Schwierigkeit besteht darin, dass 1° Grad in 60′ und nicht in 100′ Bogenminuten unterteilt wird. Da vertut man sich als Anfänger schon mal beim Addieren oder Subtrahieren.

Die folgende Hard- u. Software braucht ein Astronavigator:
Sextant, Uhr, Kompass, Logge, Tabellenwerke,

etwas Brainware (Wissen) und Konzentration

sextant007

oder

http://www.big-max-web.de/bris-mini-sextant/


Jupiter

Walker

Eine ganggenaue Uhr für die UTC, einen Sextanten für die Winkelmessung des Gestirns (zumeist die Sonne), ein Kompaß und ein Log für die Versegelung und Richtung zwischen den beiden Gestirnsmessungen, sind die notwendige ‘Hardware’.

Dann noch als ‘Software’ das aktuelle nautische Jahrbuch und die HO249 Tafeln, und fertig ist der wahre Schiffsort (maximal in 30 Minuten, wenn man den Vorgang zur Sicherheit ein 2. Mal durchrechnet und zeichnet). Alles ohne den trigonometrischen Ballast, der noch an den Seefahrtsschulen gelehrt wird. Ich habe mir ein Formblatt angefertigt, mit dem ich gut klarkomme. Nach 10 (in Worten Zehn) Astro-Positionsbestimmungen kommt langsam Sicherheit auf – versprochen.

NAs_2008


Nautischs Jahrbuch (Nautical Almanac) & HO249 Tabeln (3 Bände Sight Reduction Tables)

Pub_No.249

Als Greenhorn macht man sicherheitshalber mehrere Sonnenschüsse am Vormittag und am Nachmittag, etwa im Abstand von 2h. Merke: Die Schnittpunkte 2er Kreise (Standlinien) um den Bildpunkt der Sonne ergibt unseren Schiffsort. Der zweite Schnittpunkt liegt so weit weg von unserer vermuteten Position, dass uns das nicht irritieren muss.

Keine Bange, die Dartellung dieser zwei Standlinen (Kreise) muss man nie anfertigen. Sie soll ja nur beim Denken helfen. Man behilft sich mit einer unkomplizierten Hilfsseekarte auf einem leeren DIN A4 Blatt (Millimeterpapier ist dem Anfänger zu empfehlen).

Man denkt anfangs immer: Das kann doch nicht so leicht sein, mache ich vielleicht doch einen Fehler? Heute kann man ja seine Mess- und Rechenkünste blitzschnell mit der GPS-Position vergleichen. Der Fehler sollte unter 6 Seemeilen liegen, sonst segelt man an einer flachen Insel u.U. glatt vorbei, die sich hinter der Kimm versteckt.

Mögliche Fehlerursachen:
1.) Fehler in der Justage , der Winkelmessung oder Ablesung am Sextanten,
2.) Fehler in der Feststellung der sekundengenauen UTC für den Bildpunkt der Sonne, der Casus Knacktus bei der Astronavigation:
1 Sekunden = 1/4 Seemeile oder
1 Minute = 15 sm oder
1 Stunde = 900 sm oder
24 Stunden = 21.600 sm = eine Erdumrundung,
3.) Fehler bei der Übernahme von Werten aus den Tafelwerken (da kann man schon schnell in die falsche Zeile rutschen),
4.) Fehler in der Rechenlogik (1°= 60 Minuten),
5.) Fehler bei der Ermittlung der Versegelung zwischen den beiden Standlinien,
6.)  Fehler bei der Zeichnung der Hilfsseekarte.
Aus der Häufigkeit der möglichen Fehlerursachen ergibt sich auch das erforderliche Höchstmaß an Konzentration.

Nur Übung macht den Meister bzw. die Meisterin!

Üben, üben, üben und nochmals üben …………………….  wenn man es dann kann, ist man sich der Bewunderung derer sicher, die sich noch nicht herangewagt haben.

Die meisten Freizeit-Seefahrer navigieren nur mit der Sonne, obwohl man auch in der Morgen- und Abenddämmerung, sofern man noch einen gut sichtbaren Horizont hat, mit ausgewählten Sternen auch zum Ziel kommt. In der Nacht ist keine Astonavigation möglich, weil man den Horizont nicht korrekt ausmachen kann, auch nicht bei Vollmond in einer sternenklaren Nacht.

Astronavigation ist, im Zeitalter des Global Positioning Systems, zur nostalgischen Angelegenheit geworden. Sie gehört aber immer noch zu den Fähigkeiten eines verantwortungsbewußten Off-Shore-Seglers, auch im Mittelmeer und auf Nord- u. Ostsee.

Bei einer Atlantiküberquerung, die ich leider nie gemacht habe, erlernt man es im Selbststudium, wenn man rechtzeitig nach der letzten Hafenausfahrt auf den Kanaren anfängt und alle erforderlichen Dinge dabei hat.
Man kann ja mal mit dem Sonderfall der Mittagsbreite beginnen, weil die keine UTC benötigt. Dann weiß man wenigstens auf welchen Breitengrad man sich befindet.
Um die Länge festzustellen hat man dann ja noch wenigstens 14 Tage Zeit, noch rechtzeitig vor dem Landfall in der Karibik.
Bis dahin kann man ja auch die Koppelnavigation  benutzen, da man keine Untiefen zu umschiffen hat. Dennoch lege ich allen ans Herz, die Sache zuvor an Land erlernen und Sicherheit in der Handhabung zu gewinnen.

Ansonsten holt man sein Smartphone heraus und weiß sofort, wo man sich befindet, sofern nicht gerade wieder einmal der Akku leer ist. Wieviel herausfordernder und befriedigender war doch die althergebrachte Navigation, ohne Eisatz der Elektronik. Damit will ich die Elektronk nicht verdammen, denn ich bin ihr auch, fast suchtartig, verfallen. Meine Begeisterung für die Visual Navigation zeugt davon.

sh. auch http://www.big-max-web.de/celestial-navigation/

tampen